Die Knopfschwanzgeckos leben in Nord- Zentralaustralien und beleben dort trockene Sandfelder und buschbedeckte Wüsten.
Der Nephrurus levis levis ist ein glatthäutiger Vertreter der Gattung Nephrurus, die ingesamt 11 Unterarten umfasst.
Sie leben zwar in heißen, dürren Gebieten, regulieren jedoch ihren Wasserhaushalt größtenteils über die Haut, d.h. es muss immer eine feuchte Stelle vorhanden sein um vor Austrocknung zu schützen.
Knopfschwanzgeckos sind reine Bodenbewohner. Sie haben kurze, starke Beine und einen gedrungenen, recht breit gebauten Körper. Ihre Beine sind hervorragende Grabwerkzeuge, die nachts zum Einsatz kommen.
Nachts werden Tunneln gegraben, die bis Tagensanbruch wieder verschlossen werden um der Hitze zu entgehen. Allerdings kommen sie nach Anbruch der Dunkelheit rasch aus ihren Verstecken um die Nahrungssuche zu beginnen.
Der Vertreter N. levis levis im Detail:
N. levis levis erreichen im Schnitt eine Gesamtlänge von 12-15cm, wobei die Männchen deutlich kleiner bleiben. Eind adultes Weibchen wiegt um die 30 gramm, ein adultes Männchen nur bis 20 gramm, da kann man also schon rein optisch den Geschlechterunterschied erkennen.
Die Grundfarbe varriiert von dunkel/rotbraun bis hell/rotbraun, manchmal mit etwas gelblichen oder grünlichen Tönen.
Verhalten:
N. levis levis sind strikt nachtaktiv, man kann sie aber nach Einbruch der Dämmerung rasch im Terrarium beobachten.
Sie sind wie oben schon erwähnt sehr grabfreudig, wofür man Ihnen genug Bodengrund zur Verfügung stellen sollte.
Ich habe bei meinem Pärchen beobachtet, dass das Männchen wesentlich mehr gräbt als das Weibchen. Das Weibchen nutzt lediglich die vorgegrabenen Tunneln des Männchens als Versteck.
Meine Beiden sind sehr umgänglich und lassen sich bei Bedarf ohne erhöhter Atmung anfassen und umsetzen. Ich habe auch noch nie untereinander Verletzungen oder Unstimmigkeiten beobachtet, die zwei harmonieren sehr gut miteinander.
In Terrarienhaltung kommt es selten zu Bissen, da sie ein sehr deutliches und lautes Abwehrverhalten zeigen, in Form von Pfauchen und schnelles Zustoßen nach vorne sowie das Aufrichten und Durchstrecken der Gliedmaßen bei geöffneten Maul imponiert natürlich sehr.
Haltung:
Ich halte mein Pärchen in einem 80x40x40 großen Glasterrarium. Anfangs hielt ich sie in einem 1m langen Terrarium wo immer zu viel Nahrung übergeblieben war, was jetzt nicht mehr der Fall ist.
Die Meinung von einer Paarhaltung abzusehen ist weit verbreitet. Ich habe bis jetzt nur positive Erfahrung damit, habe das Pärchen allerdings schon sehr harmonierend erhalten. Ich denke man sollte es aber mit Vorsicht und großer Beobachtung behandeln.
Mir ist aufgefallen, dass bei Veränderungen im Terrarium, das Männchen auch tagsüber sehr aktiv wird und anscheindend die Umgebung neu sichert (beschnuppern und markieren), um sein Weibchen zu schützen. Am nächsten Tag ist das Verhalten dann wieder ganz normal und sie schlafen beide in ihren Tunneln oder den feuchten Tonhöhlen, die untertags auch zugebuddelt sind.
Als Bodengrund verwende ich ein selbstgemischtes Sand- Lehm Gemisch, weil ich es so optimal auf ihre Bedürfnisse abstimmen kann. Wenn es feucht ist, soll es total grabfähig sein, dort wo es trocknet bleiben dann die Tunneln stabil.
Die Einrichtung besteht aus Tonhöhlen /Scherben, einer Wetbox mit Kokoshumus, einer großen flachen Wasserschüssel, die ich auch jeden Tag überlaufen lasse, einer Schüssel mit geriebenen Sepia und Kalk, sowie ein paar echten und künstlichen kleinen Pflanzen um es optisch etwas schöner und auch natürlicher zu gestalten.
Die Tiere benötigen tagsüber eine Temperatur von 27°- 33°C, punktuell auch bis 35°C und nachts 18°- 22°C.
Der Spot ist bei mir rechts hinten angebracht und ich halte den kühlsten Ort, also links vorne stetig feucht, dort habe ich auch die Wetbox positioniert. Links hinten steht eine große, flache Tonhöhle, die täglich "übergossen" wird. Hier beobachte ich die meisten Grabaktivitäten.
Ernährung:
Ich füttere hauptsächlich mittelgroße- große Heimchen/ Grillen, Heuschrecken und Schaben. Hin und wieder gibt es dann auch mal Mehlwürmer, Wachsmaden und ganz selten mal eine nestjunge Babymaus für das Weibchen. Hin und wieder werden die Futtertiere mit Vitaminen und Mineralien eingestäubt um eine optimale Versorgung zu garantieren. Dies mache ich meistens bei der Pinzettenfütterung mit Wachsmaden, weil ich da sicher gehen kann, dass das Pulver mitverzährt wird und nicht schon davor abegestreift wird.
Gejagt wird sehr feißig mit schnellen nach vorne gerichteten Stößen.
Winterruhe:
Von November bis Ende Februar sollte man Ihnen etwas Ruhe gönnen und nur wenig füttern. Bei mir bleibt das Licht auch in dieser Zeit untertags eingeschaltet, allerdings wechsle ich den Spot, sodass ich nur noch auf max. 28°C im Spotbereich komme. Die Beleuchtungdauer senke ich auf 8 Stunden täglich.
Wenn das Terrarium in sehr beheizten Zimmern steht ist dies nicht nötig.
In der Nach fällt die Temperatur dann schon auf 15°-18°C.
Gefüttert wird nur selten.
Was ich für sehr wichtig halte ist, die Geschlechter in dieser Phase zu trennen um vor allem dem Weibchen Ruhe zu gönnen und wieder Substanz aufzubauen.
Da in dieser Zeit keine große Aktivität herrscht, habe ich mir eine Plexiglasplatte zuschneiden lassen und trenne so das Terrarium und somit auch die Geckos voneinander.
Wenn die normale Beleuchtungsdauer und die Temperatur wieder erreicht sind, werden die Partner wieder zusammen gehalten und zumindest bei meinem Männchen setzt augenblicklich die Paarungsbereitschaft ein.
Zucht:
Die Verpaarung sollte erst ab einem Alter von 1,5- 2 Jahren erfolgen, sprich nicht unter einem Gewicht von 30 gramm beim Weibchen.
Die Tragezeit beträgt 16- 22 Tage, die Eier werden mit viel Glück in der Wetbox vergraben. Oft ist es der Fall, dass die Weibchen diese nicht dafür nutzen und in irgendeinen Tunnel ablegen, dieser dann verschüttet wird und die Gefahr dann besteht, die Eier gar nicht zu finden oder beim Suchen zu beschädigen, darum stelle ich in dieser Zeit nur maximal 5-8 cm Bodengrund zur Verfügung. Sobald das Weibchen keine Eier mehr absetzt wechsle ich gleich den gesamten Bodengrund aus und stelle wieder bis zu 20cm zur Verfügung.
Wenn man also die Eier gefunden ( ein Weibchen legt im Normalfall zwei Stück) hat, werden diese auf feuchten Sand- Erde oder nur Erde (Kokoshumus) in kleinen Boxen bei ca. 26°C in den Inkubator überführt und nach ca. 90 Tagen kann man vielleicht kleine Wunder beobachten.
